Saarbrücker Zeitung, Ausgabe Saarlouis/Schwalbach am 21. Juni 2017, von SZ-Mitarbeiterin Carolin Merkel
Die Mitglieder des Hülzweiler Karnevalsvereins Die Bollen feierten zwei Mal elf Jahre Jugendabteilung.

Auch die Juniorengarde der Bollen war mit ihrem Tanz auf der Bühne in Hülzweiler mit von der Partie.

Eine Bütt auf der Bühne, dazu Luftschlangen auf den Tischen, Alleh-Hopp Rufe und sogar Raketen, ja ist denn schon wieder Fastnacht? Nein, doch die Akteure des Karnevalsvereins Die Bollen Hülzweiler ließen es am Sonntagnachmittag ausnahmsweise auch mal außerhalb der fünften Jahreszeit so richtig krachen. Anlass dazu war ein Jubiläum der ganz besonderen Art.

Zwei Mal elf Jahre Jugendabteilung des KV, das galt es gebührend zu feiern, zumal, wie Bollen-Vorsitzender Jürgen Weber erklärte, die eigenständige Jugendabteilung in Hülzweiler zugleich die älteste ihrer Art im ganzen Saarland ist. Da der Jugendbereich des Karnevalsnachwuchses am 18. Juni 1995 im Haus für Kultur und Sport von den Vereinsmitgliedern aus der Taufe gehoben wurde, war der Kommers an gleicher Stelle und am gleichen Tag für den Vorstand um Jürgen Weber Ehrensache.

Sehr gerne die Schirmherrschaft übernommen hatte Familienministerin Monika Bachmann, zugleich Hülzweiler Bürgerin und Ehrensenatorin der Bollen. „Zweimal elf Jahre Jugendarbeit, das sagt sich so leicht. Aber, wenn man wie ich aus dem Ort ist, weiß man, wie alles angefangen hat. Heute sind viele Mitstreiter der ersten Stunde um die 30 Jahre alt und halten dem Verein weiterhin die Treue“, erklärte sie. Bachmann dankte allen, die sich um den Nachwuchs bei den Bollen kümmern. „Das ist Ehrenamt pur – und das nicht nur für ein paar Wochen, sondern das ganze Jahr über“.

Als „absolutes Vorzeigebeispiel“ bezeichnete Robin Schmelzer, Vorsitzender der VSK-Jugend, die Bollen.

Die Gesichter der Bollen-Jugendarbeit: Bastian Stevermür, Tobias Philippi, Matthias Strauß und Peter Weber. Foto: Carolin Merke

Er lobte vor allem die aktive Jugendarbeit, die weit über das karnevalistische Geschehen hinausgeht, angefangen bei gemeinsamen Zoo-Besuchen und Tagesfahrten über die Kindersitzungen bis hin zum alljährlichen Zeltlager im Sommer. „Leider ist es noch nicht selbstverständlich, dass es eine eigenständige Jugendarbeit in unseren Vereinen im Saarland gibt. Dabei ist sie so wichtig, trägt sie doch zur Entwicklung unserer Kinder und Jugendlichen bei“, betonte er.

Dass die gute Jugendarbeit, die in den 22 Jahren von fünf Vorsitzenden ehrenamtlich an vorderster Front begleitet wurde, auch Geld kostet, ließ Weber nicht unerwähnt. „Etwa 8000 Euro kostet das Zeltlager, in die gesamte Jugendarbeit stecken wir zwischen 12 000 und 14 000 Euro im Jahr. Aber es ist gut angelegtes Geld. Schließlich investieren wir in Programmpunkte für unsere kommenden Veranstaltungen“, erklärte er.

Gleich zwei Nachwuchsbüttenredner gaben am Sonntag eine kleine Kostprobe. Eine tolle Abwechslung zu den Festreden boten auch die Schautänze der Mini- und Juniorengarde. Schwalbachs Bürgermeister Hans-Joachim Neumeyer bemühte Erasmus von Rotterdam, der im 16. Jahrhundert bereits festgestellt haben soll, dass die höchste Form des Glücks im Leben mit einem gewissen Grad der Verrücktheit einhergehe. „Diese Lebensfreude praktizieren hier im Saal alle Gäste“, sagte er. Hülzweilers Ortsvorsteher Georg Maringer ließ es sich schließlich nicht nehmen, den Bollen mit einem Gedicht aus der eigenen Feder zu  gratulieren und erntete dafür viel Applaus.